Sehenswürdigkeiten

1. Stadtmauern und Tour de Constance

Louis IX (Ludwig IX der Heilige) gründete 1248 Aigues-Mortes (siehe auch Geschichte), um sich den Zugang zum Mittelmeer zu sichern. Zur Verteidigung der Stadt ließ er zunächst die noch heute erhaltene Tour de Constance (Constance-Turm) errichten. Der Turm diente zur Zeit der Hugenottenkriege als Frauengefängnis. Während viele Gefangene angesichts der unmenschlichen Haftbedingungen dem Protestantismus abschworen, ging Marie Durand aus Ardèche als besonders standfeste Hugenottin in die Geschichte ein: 38 Jahre, bis 1768, dauerte ihre Gefangenschaft, in der sie das heute noch sichtbare Wort „resister“ (Widerstand leisten) auf den Rand eines Rundfensters geritzt haben soll.

Ludwigs Nachfahren, Philipp III der Kühne und Philipp IV der Schöne, ließen die Remparts (Stadtmauer) mit Wehrgang und zehn Stadttoren errichten, die bis zum Ende des 13. Jahrhunderts endgültig vollendet waren. Noch heute dominiert die Stadtmauer die Camargue und zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Bauwerken Frankreichs.

Es gibt ganzjährig geführte Besichtigungen für Einzelreisende und Gruppen mit dem Label „Barrierefreier Tourismus“ für Reisende mit eingeschränkter Mobilität.
Nebensaison (1. September – 30. April): 10 Uhr – 17.30 Uhr
Hauptsaison (2. Mai – 31. August) : 10 Uhr – 19 Uhr
Geschlossen: 1. Jänner, 1. Mai, 1. und 11. November, 25. Dezember
Preise: € 6,50 (Erwachsene), € 4,50 (18 – 25 Jahre)
Gruppen (Voranmeldung!): € 5,30 (Erwachsene), € 3,- (Schüler)

Es wird auch eine Rundfahrt mit einem kleinen Zug zum Turm und zur Stadtmauer inkl. historischer Erläuterungen und Handouts in deutscher, italienischer, spanischer und flämischer Sprache angeboten.
Dauer: 20 Minuten.
Preise: € 4,- (Erwachsene), € 2,50 (Kinder)
Gruppen: € 3,30 (Erwachsene), € 2,50 (Kinder)

2. Notre Dame des Sablons, Chapelle des Penitents gris und Chapelle des Penitents blancs, Archäologisches Museum

Eines der ältesten Monumente der Stadt ist die Kirche Notre Dame des Sablons aus dem Jahr 1183, die bereits steinerne Zeugin des Aufbruchs Ludwigs IX zum sechsten Kreuzzug war. 1634 stürzte der Glockenturm des gotischen Bauwerkes ein, 1744 wurde die Kirche erstmals umfangreich renoviert. Während der Revolution diente sie zunächst als Kaserne und dann als Salzlager und wurde erst 1804 wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung übergeben. Seit einer Generalsanierung in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts erstrahlt das Gotteshaus in seinem ursprünglichen Glanz.

Sehenswert sind aber auch die Chapelle des Penitents gris (Kapelle der Grauen Bußmönche) und die Chapelle des Penitents blancs (Kapelle der Weißen Bußmönche) – beide Kapellen stammen aus dem 17. Jahrhundert und gehören heute noch den besagten Bußmönchen. Nicht entgehen lassen sollte man sich außerdem das Museum für Geschichte und Archäologie sowie die Place Saint Louis (Hauptplatz) mit einer Statue Ludwigs IX des Heiligen (siehe auch Geschichte).

Führungen durch die Kirche Notre Dame des Sablons, die Kapellen der Weißen und Grauen Büßmönche und das Archäologische Museum sowie auf die Place Saint Louis werden im Juli und August nach Vereinbarung abgehalten.
Preise: € 5,- (Erwachsene), € 2,- (Kinder)
Gruppen: € 3,50 (Erwachsene), € 1,- (Kinder)

3. Tour Carbonnière

Etwas außerhalb von Aigues-Mortes befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Saint Laurent d’Aigouze die Tour Carbonnière (Carbonnière-Turm). Das im Jahre 1346 erstmals urkundlich erwähnte Bauwerk war der letzte militärische Vorposten von Aigues-Mortes, der zur Verteidigung der einzigen Zufahrt zur Stadt errichtet worden war. Wer den Aufstieg auf den Carbonnière-Turm auf sich nimmt, wird mit einem herrlichen Blick auf das umliegende Sumpfgebiet und auf die Stadtmauer von Aigues-Mortes belohnt!

Preise: Die Besichtigungen sind kostenlos.

4. Stierkampfarena

Heute gilt Aigues-Mortes als eine Hochburg der Stierkämpfe (Course camarguaise), wie sie in ganz Südfrankreich populär sind. Zur spanischen Corrida gibt es allerdings erhebliche Unterschiede: So ist es nicht das Ziel eines einzelnen Stierkämpfers, das Tier zu erlegen, sondern mehrere Stierkämpfer versuchen abwechselnd, an den Hörner des Stieres befestigte Bänder zu erhaschen und dabei möglichst unverletzt zu bleiben. Wer am Ende die meisten Bänder eingesammelt hat, ist Sieger des Tages. Der Stier bleibt nicht nur am Leben, sondern auch unverletzt und kann immer wieder „auftreten“.

Die Stiere der Camargue sind übrigens zierlicher als ihre Kollegen in Spanien. Das macht sie zwar weniger wuchtig, dafür aber auch flinker und wendiger – ungefährlich sind sie also keineswegs! Die so genannten „Manades“, also die Ranches, auf denen die Stiere gezüchtet werden, kann man übrigens besichtigen (siehe Links).

5. Salins du Midi

Einzigartig in Europa sind die in der Nähe von Aigues-Mortes gelegenen Salins du Midi (Salinen), die verdeutlichen, dass die Camargue Frankreichs bedeutendster Standort für die Meersalzgewinnung ist. Die Tradition der Salzgewinnung reicht hier bis zur Antike zurück, im 13. Jahrhundert gehörte der Großteil der Salinen den Benediktinermönchen von Psalmody. Heute haben die Salinen eine Fläche von 10.800 Hektar und produzieren rund 500.000 Tonnen Meersalz pro Jahr.

Am besten erkundet man das riesige Areal mit einem kleinen Zug, der mit fachkundigem Kommentar durch die älteste mediterrane Saline mit ihren tables salantes (Kristallisierungsbecken) und camelles (Salzbergen) sowie einer einzigartigen Flora und Fauna führt. Den Abschluss der Tour bildet ein Besuch des Salzmuseums. Eintrittskarten sind am Startpunkt Porte de la Gardette in Aigues-Mortes erhältlich.
Führungen: April – Oktober
Preise: € 7,50 (Erwachsene), € 5,50 (Kinder bis 13)
Familien: € 22,20 (2 Erwachsene und 2 Kinder)

6. Reisfelder

Da der Boden in der Camargue stark salzhaltig ist, liegen dort im Zusammenspiel mit den klimatischen Verhältnissen ideale Bedingungen für den Reisanbau vor. So ist die Camargue eine der wenigen Regionen Europas, in denen Reis angebaut wird.

Die größte Reisplantage der Region trägt den Namen RAC und lädt auch gerne Besucher ein, die ungewohnte Landschaft ihrer Reisfelder zu entdecken. Wer gut zu Fuß ist, kann dies per pedes machen, gemütlicher geht es aber sicher mit einer Pferdekutsche.
Eintritt: € 5,- (Erwachsene), € 2,50 (Kinder bis 10)
Kutschfahrt: € 12,- (Erwachsene), € 6,- (Kinder bis 10)

7. Naturparadies Camargue

Die Camargue, jene unvergleichliche Landschaft zwischen den beiden Armen der Rhône – Grand Rhône (Große Rhône) und Petit Rhône (Kleine Rhône) – ist mit einer Fläche von 930 Quadratkilometern das größte Flussdelta Europas. Der Abschnitt westlich der Petit Rhône wird als Petit Camargue (Kleine Camargue) bezeichnet und reicht bis Aigues-Mortes.

Die Camargue ist vor allem als Naturparadies berühmt: Das Naturschutzgebiet mit seinen zahlreichen Étangs (flachen Seen) beherbergt 400 verschiedene Vogelarten, darunter sogar Flamingos. Eine besondere Attraktion sind die frei lebenden weißen Wildpferde sowie die Stiere, die für die Stierkampfarenen gezüchtet werden.

8. Für weitere Freizeitaktivitäten siehe: Links